52ND COLLECTION

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52. COUTURE KOLLEKTION VON BALENCIAGA

Eine Hommage an das Streben nach Perfektion. Auch wenn wahre Perfektion unmöglich ist, ist sie doch stets im Kopf des Modeschöpfers präsent.

Am 5. Juli präsentiert Balenciaga seine 52. Couture-Kollektion. Es ist Demnas dritte Kollektion für das Haus. Die Show, die in den Salons in der 10 avenue George V stattfindet, wird von einer Neuinterpretation der Opern von Maria Callas durch BFRND begleitet, präsentiert in einem noch nie dagewesenen A‑cappella-Format. Es sind keine Aufnahmen von Callas bekannt, die im Studio oder ohne Orchesterbegleitung entstanden sind. BFRND arbeitete mit einem Tontechniker zusammen und setzte zwei KI-Programme ein, um die Stimme der Sopranistin zu isolieren. Der isolierte Gesang wird so zu „Sonic Couture“.

Das erste Outfit der Show interpretiert ein Originaldesign von Cristо́bal Balenciaga neu, das von Danielle Slavik getragen wurde, dem Lieblingsmodel des Modeschöpfers von 1964 bis 1968. Das Original war ihr liebstes Stück, das sie je getragen hatte. Auch Grace Kelly war von dem Ensemble begeistert; sie kaufte es, um es auf ihrer Feier zum 40. Geburtstag in Monaco zu tragen.

Das Kleid mit Samtblumen und einer integrierten Perlenkette verbindet Vergangenheit und Gegenwart, indem es die erste Version in einer spiegelbildlichen Gestaltung neu interpretiert. Das Konzept setzt sich im architektonischen Tailoring fort. Markante Schultern, ein geschwungener V-Ausschnitt, der von den Säumen der originalen, maßgeschneiderten Jacke des Couturiers inspiriert ist, und eine taillierte Passform zeichnen diesen Abschnitt aus. In der Herrenmode erscheinen Anzüge vor allem im Prince-of-Wales-Karomuster oder aus Nadelstreifenwolle. Bei beiden handelt es sich um japanischen Denim, der auf antiken Webstühlen gewebt wurde.

Trompe-l’œil-Oberflächen sind eine moderne Art, traditionelle Materialien zu würdigen. Einsätze aus Leinencanvas werden von Hand bemalt und zu Kleidungsstücken verarbeitet, beispielsweise zu einem wattierten Mantel, der wie Pelz aussieht, oder zu Jeans und Lederhosen. Es werden Hahnentritt-, und Python-Muster sowie Knöpfe und Revers an Blazern nachgebildet.

Abgesehen von diesen Anwendungen zeichnen sich die Kleidungsstücke durch eine schlanke Passform aus. Die gesamte Tiefe entsteht durch Pinselstriche mit Ölfarbe, deren Auftragen bis zu 280 Stunden in Anspruch nehmen kann. Auf dem Zweidimensionalen entsteht Struktur. Oberbekleidung aus Wolle, Trenchcoats aus Baumwolle und Kaschmirschals sind so geschnitten und verarbeitet, dass sie aussehen, als wären sie vom Wind zerzaust. Sogar in kompletter Stille. Dies geschieht im Rahmen einer zweitägigen, von Hand durchgeführten Formgebung, bei der ein gestricktes, geklebtes Innenfutter zum Einsatz kommt, das den Außenstoff verstärkt.

Abgeschlossen wird mit der Abendgarderobe. Der Taft erhält mehr Fülle, wobei sich der Stoff von der Schulter weg bewegt. Oder er wird mit einer speziell entwickelten Methode behandelt, um einen fließenden, plastischen Eindruck zu erzeugen, und spiralförmig um den Oberkörper drapiert. Ein Bustierkleid besteht aus 10.000 Kristallen und erfordert das individuelle Anbringen von 3D-gedruckten Steinfassungen aus Harz – sowie 900 Stunden Fertigungszeit. Die Verwendung von Schweizer Guipure-Spitze, vergrößertem und gewebtem Kettengeflecht sowie mit Pailletten bestickten Filigranarbeiten unterstreicht die handwerkliche Exzellenz, nach der das Metier stets strebt.

Ein Finale-Kleid aus CAD-gedruckter Rüstung und verzinktem Harz ist chrompoliert und im Inneren mit schwarzem Flock beschichtet – wie ein Schmuckkästchen. Starr und reflektierend verkörpert es einen zeitlichen Scheideweg, an dem klassische Techniken mit modernsten Entwicklungen verschmelzen. Es zeigt außerdem eine neue Realität. Wie beim Klangaspekt lässt sich auch hier Perfektion nur dann annähernd erreichen, wenn die Technologie als Ergänzung zum wichtigsten Faktor bei der Kleiderherstellung – dem menschlichen Faktor – einbezogen wird.